19.07.2022

Überblick und Begriffsabgrenzung der PINs in XNP

Beim Zugang zur und innerhalb der Basisanwendung der Bundesnotarkammer XNP stößt der Notar bei der Anwendung der enthaltenen Module und Funktionen mit seiner Signaturkarte auf verschiedene PIN-Abfragen. Nach Aktivierung des besonderen elektronischen Notarpostfachs (beN) und mit Erhalt der Karte und dem dazugehörigen PIN-Brief von der Zertifizierungsstelle der Bundesnotarkammer liegt dem Notar alles Notwendige zur Authentifizierung des Zertifikatsinhabers bei der Erstellung und Anbringung von qualifizierten Signaturen vor.

Seit Mai / Juni 2022 ist zwischen zwei verschiedenen Kartentypen - der bisherigen Signaturkarte und der neuen Chipkarte (Authentisierungskarte) mit geänderter PIN-Handhabe - zu unterscheiden.
Weiterführende Erklärungen zu den jeweiligen Kartentypen und die Verfahrensweise bei der Inbetriebnahme oder PIN-Änderung finden Sie auf der Website der Zertifizierungsstelle und des Kartenmanagements.


Signaturkarte (bis Ende 2022)


Initial-PIN (PIN1) - Authentifizierungsfunktion
  • zur Anmeldung in XNP, für die beN Aktivierung sowie Erneuerung des beN Postfach-Zertifikats notwendig
  • PIN1: für die Verschlüsselungs- bzw. Authentifizierungsfunktion (= Initial-PIN im PIN-Brief, bei Anträgen vor Oktober 2019 als PIN2)
  • mindestens 6-stelliges Format
  • aus Sicherheitsgründen soll eine Änderung dieser PIN in eine nur dem Inhaber bekannte mindestens 6-stellige PIN erfolgen
  • nach 3-maliger Falscheingabe der PIN ist zum Aufheben der Blockierung die PUK zu verwenden

Transport-PIN (PIN2) - Signaturfunktion
  • zur Aktivierung der Signaturfunktion auf der Signaturkarte notwendig
  • PIN2: für die Erstellung von qualifizierten elektronischen Signaturen in der Signaturmappe von XNP (Transport-PIN im PIN-Brief, bei Anträgen vor Oktober 2019 als PIN1)
  • 5-stelliges Format
  • vor der ersten Verwendung muss die Transport-PIN in eine nur dem Inhaber bekannte mindestens 6-stellige PIN geändert werden
  • nach 3-maliger Falscheingabe der PIN ist zum Aufheben der Blockierung die PUK zu verwenden

Weiterführende Informationen zur Signaturkarte und deren PIN-Verwaltung finden Sie in der Onlinehilfe des Kartenmanagements unter Signaturkarte Überblick und PIN-Verwaltung.


NEU: Chipkarte (Authentisierungskarte)


PIN
  • zur Anmeldung an Fachanwendungen, z.B. das Urkundenarchiv sowie zum qualifizierten Signieren von Dokumenten notwendig
  • Die Nutzung einer Fernsignatur ist ausschließlich mit einer Authentisierungskarte möglich.
  • mindestens 6-stelliges Format
  • aus Sicherheitsgründen soll eine Änderung dieser PIN in eine nur dem Inhaber bekannte mindestens 6-stellige PIN erfolgen
  • nach 3-maliger Falscheingabe der PIN ist zum Aufheben der Blockierung die PUK zu verwenden

Weiterführende Informationen zur neuen Chipkarte und deren PIN-Verwaltung sowie Fernsignatur-Funktion finden Sie in der Onlinehilfe des Kartenmanagements unter Chipkarte (neu) Überblick und PIN-Verwaltung.


PUK

  • hebt die Blockierung der PIN1, PIN2 sowie der PIN der Chipkarte nach 3-maliger Falscheingabe auf
  • im PIN-Brief der Zertifizierungsstelle als PUK zu finden
  • 8-stelliges Format

Postfach-PIN

  • für die Nutzung des beN-Postfaches zum Empfangen und Versenden von Nachrichten in XNP erforderlich
  • legt der Notar während der Aktivierung oder Zertifikatserneuerung des beN selbst fest
  • mindestens 6-stelliges Format
  • Möglichkeit der dauerhaften Postfach-PIN-Speicherung, sodass bei erneuter Anmeldung ins XNP keine erneute PIN-Eingabe notwendig ist. Außerdem ist es durch die dauerhafte Speicherung der PIN nicht erforderlich, dass Sie vor Versand aus den angeschlossenen Modulen (XNotar und Modul Dokumente) das Modul beN öffnen - ein Versand kann ohne weitere Schritte angestoßen und durchgeführt werden. Die dauerhafte Speicherung kann in den beN Einstellungen zurückgesetzt werden.